Über die Bandscheibe spricht man meist erst, wenn der Rücken Probleme macht. Dabei lohnt es sich, ihren Aufbau zu kennen, denn er erklärt vieles. Im Video zeige ich dir die unterste Bandscheibe der Lendenwirbelsäule, zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Darunter findest du alles noch einmal zum Nachlesen.
Kern und Faserring
In der Mitte der Bandscheibe liegt der Kern, auch Nucleus pulposus genannt. Er besteht zum größten Teil aus Wasser, gebunden in einer gelartigen Masse. Wie ein kleines Wasserkissen verteilt er den Druck, der auf die Wirbelsäule wirkt. Um den Kern herum liegt der Faserring, der Anulus fibrosus. Er besteht aus festen Bindegewebsfasern und hält den Kern an seinem Platz.
Viele Schichten mit wechselnder Faserrichtung
Der Faserring ist kein einzelner Ring, sondern aus 15 bis 25 dünnen Schichten aufgebaut, ähnlich wie eine Zwiebel. In jeder Schicht laufen die Fasern schräg, in der nächsten Schicht genau in die Gegenrichtung. So entsteht ein Kreuzgitter, das den Ring zugfest und drehfest macht und den Kern sicher in der Mitte hält.
Wie wird die Bandscheibe versorgt?
Nur die äußeren Ringe der Bandscheibe haben Nerven und feine Blutgefäße. Weiter innen gibt es beides nicht. Dort wird die Bandscheibe ausschließlich durch langsames Einsickern von Nährstoffen versorgt, vor allem über die angrenzenden Wirbelkörper. Die Bandscheibe eines Erwachsenen ist damit die größte Struktur im Körper ohne eigene Blutgefäße.
Das hintere Längsband
Auf der Rückseite der Bandscheibe liegt das hintere Längsband. Es verstärkt den Faserring zum Wirbelkanal hin, in dem die Nerven verlaufen. In der Mitte ist es kräftig, zur Seite hin wird es schmaler.
Das Zwischenwirbelloch
Seitlich hinten tritt auf dieser Höhe die Nervenwurzel L5 aus der Wirbelsäule aus. Die Öffnung dafür, das Zwischenwirbelloch, bilden der obere und der untere Wirbel gemeinsam. Hinten greifen ihre Gelenkfortsätze ineinander. Diese kleinen Wirbelgelenke heißen Facettengelenke und bilden die Hinterwand der Öffnung.
Tragen und führen
Von der Seite betrachtet wird die Arbeitsteilung deutlich: Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern tragen und verteilen das Gewicht. Die Facettengelenke weiter hinten führen die Bewegungen und bremsen zu starkes Verdrehen. Zwei Wirbel mit der Bandscheibe und den Gelenken dazwischen nennt man ein Bewegungssegment.
Was passiert, wenn diese Biomechanik nicht mehr stimmt, zeige ich dir im nächsten Video.
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Allgemeine Information, ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich abklären lassen.

